Pflegeimmobilien – sichere Geldanlage oder riskante Spekulation?
Wer von Pflegeimmobilien als Kapitalanlage hört, ordnet dies anfänglich vielleicht eher dem Budget von Großinvestoren zu. Gewissermaßen ist daran auch etwas dran. Pflegeheime als Investition zu kaufen, erfordert ein entsprechend hohes Kapital. In den letzten Jahren gibt es aber immer häufiger Angebote für Pflegeimmobilien, die auch für kleinere Investoren interessant sind.
Das funktioniert, weil die Appartements in den Pflegeeinrichtungen einzeln verkauft werden. Investoren kaufen also einzelne Pflegeapartments. Dadurch sind Pflegeimmobilien zu einer interessanten Kapitalanlage für Investoren mit geringerem Budget geworden. Auch Immobilien für betreutes Wohnen werden für Investoren als Kapitalanlage zunehmend interessant.
Pflegeimmobilien sind beliebt, da sie einen verhältnismäßig geringen Verwaltungsaufwand erfordern. Zudem ist die Nachfrage nach Pflegeeinrichtungen hoch.

Es gibt in Deutschland derzeit einen hohen Bedarf an Pflegeplätzen, beziehungsweise Plätzen für betreutes Wohnen. Aufgrund des demographischen Wandels ist zudem davon auszugehen, dass dieser Bedarf in den nächsten Jahren sogar noch steigen wird.
In den letzten Jahren ist die Nachfrage nach vollstationärer Pflege stärker gewachsen als das Angebot. Die Auslastung von Pflegeeinrichtungen ist kontinuierlich hoch.
Quelle: https://www.immac.at/wp-content/uploads/2020/02/IMMAC_D_A5_20200211.pdf
Schon jetzt gibt es immer mehr privat betriebene Pflegeheime, denn die Kapazitäten von öffentlichen Trägern reichen schon lange nicht mehr.
Und es werden immer mehr Pflegeeinrichtungen gebraucht. Immer mehr Menschen benötigen Betreuung, Pflege und dauerhafte Hilfe im Alltag. Für Anleger bieten sich dadurch neue Chancen.

Vorteile von Pflegeimmobilien als Kapitalanlage
Pflegeimmobilien als Geldanlage bieten einige Vorteile im Vergleich zu herkömmlichen Wohnimmobilien.
Zum einen gibt es eine hohe Mietsicherheit.
Pflegeimmobilien werden für eine lange Zeit vermietet. Das bedeutet, dass auch dann Miete bezahlt wird, wenn das Apartment unbewohnt ist.
Verträge mit den Betreibern der Pflegeeinrichtung sind meistens auf viele Jahre ausgelegt. Daher wird sich oft für eine Indexmiete entschieden. Das bedeutet, dass Mieterhöhungen an die allgemeinen Lebenshaltungskosten gebunden werden.
Dadurch dass der Betreiber der Pflegeeinrichtung die Vermietung und Verwaltung übernimmt, ist der Verwaltungsaufwand vergleichsweise gering. Auch Instandhaltungskosten werden von dem Betreiber getragen.
Hinzu kommen noch Steuervorteile, von denen Kapitalanleger grundsätzlich profitieren.
Der Kauf einer Pflegeimmobilie bringt oft auch Vorteile für die persönliche Lebensplanung mit sich. So existiert beispielsweise das „bevorzugte Belegungsrecht“. Dieses Recht meint einen Anspruch, den Betreiber einer Pflegeeinrichtung den Eigentümern der Pflegeapartments zusichern. Konkret bedeutet das, dass ein freiwerdender Platz in der Pflegeeinrichtung für den Eigentümer reserviert ist, sollte dieser pflegebedürftig werden. Nähere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier:
Wie hoch fällt die Rendite bei Pflegeimmobilien aus?
Bei Pflegeimmobilien wird oft eine erzielbare Rendite um die 4% angegeben. Kritiker geben jedoch zu bedenken, dass die Rendite in der Realität jedoch oft niedriger ausfällt und wesentlich von der wirtschaftlichen Situation der Pflegeeinrichtung abhängig ist. Es ist daher nicht selten, dass die Rendite deutlich schlechter ausfällt, es zunächst angenommen. Daher sollten sich Käufer vor dem Kauf genauestens über die realistisch erzielbare Rendite informieren.
Pflegeimmobilien als Kapitalanlage bringen im Allgemeinen einige spezifische Risikofaktoren mit sich.
Beispielsweise herrscht eine starke Abhängigkeit vom Bauträger, sollte es sich bei der Immobilie um einen Neubau handeln. Es ist daher unverzichtbar, sich vor einem Kauf genau mit den Referenzen und der Reputation des Bauträgers zu beschäftigen.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die allgemeine wirtschaftliche Lage des Pflegeunternehmens. Informieren Sie sich vor dem Kauf eines Pflegeapartments ausreichend über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens, an welches die Pflegeimmobilie vermietet ist oder vermietet werden soll. Lassen Sie sich nicht von hohen Renditeversprechen blenden. Nicht jede Pflegeeinrichtung ist eine sinnvolle Kapitalanlage. Es ist daher gefährlich, pauschal zum Kauf eines Pflegeheims, beziehungsweise zum Kauf eines Pflegeappartments zu raten.
Nachteile und Risiken beim Kauf einer Pflegeimmobilie als Kapitalanlage
Auch wenn die Mietsicherheit bei Pflegeimmobilien grundsätzlich hoch ist, gibt es auch hier gewisse Risiken. So besteht die Möglichkeit, dass der Betreiber der Pflegeeinrichtung Insolvenz anmelden muss. Infolgedessen kann es zu Mietausfällen kommen.

Ein weiteres Risiko entsteht durch staatliche Regulierungen. Der Markt der Pflegeimmobilien gilt generell als stärker reguliert als der „reguläre“ Immobilienmarkt. Beispielsweise kann es passieren, dass ein neues Gesetz in Kraft tritt, nachdem eine Maximalanzahl an Pflegeplätzen in einem Heim festgelegt wird. In solch einem Fall kann es zu finanziellen Einbußen kommen.
Die Abgabe von Pflichten an den langjährigen Mieter der Immobilie bringt neben den Vorteilen auch Nachteile mit sich. So gibt es für den Eigentümer von Pflegeapartments zwar deutlich weniger Verwaltungsaufwand, dies geht aber auch mit einem deutlichen Kontrollverlust einher. Sie befinden sich bei einer Investition in Pflegeimmobilien in einer Abhängigkeit von dem Verwalter der Pflegeeinrichtung. Umso wichtiger ist es, sich genauestens über den Betreiber der Pflegeeinrichtung zu informieren, bevor Sie eine Immobilie kaufen und ihr Geld in eine Pflegeimmobilie investieren.
Lohnen sich Pflegeimmobilien als Kapitalanlage? Ein Fazit:
Pflegeimmobilien sind eine durchaus interessante Kapitalanlage und Investitionsmöglichkeit.
Es gibt einen steigenden Bedarf an Pflegeplätzen und Plätzen für betreutes Wohnen. Pflegeimmobilien sind jedoch nicht so einfach und risikolos, wie es oft beworben wird.
Wenn Sie in eine Pflegeimmobilie investieren möchten, klären Sie vor der Investition ihre offenen Fragen und informieren Sie sich umfassend über die Vor-und Nachteile, sowie über den Bauträger und über den Betreiber der Einrichtung.